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Innentreppen

Offene, hohe Räume und Galerien sind Faktoren, die unser Verständnis vom schönen Wohnen unterstreichen. Innentreppen gehören unweigerlich dazu – als verbindende ­Elemente, aber auch als Highlights, die den Raumcharakter prägen. Je nachdem, wie markant die Designsprache Ihrer Treppe ist, wirkt sie als schlichter Funktionsträger oder eigenes Objekt und Meisterstück von hohem hand­werklichen Wert.

© yampi/adobeStock.com

Treppenformen

Treppen können nach ihrer Grundrissart unterschieden werden. Die Form ist maßgeblich verantwortlich für den Nutzwert und den Flächenverbrauch. Zu den gängigsten Treppenformen gehören:

Geradläufige Treppe

Die geradläufige Treppe ist die einfachste Form eines Treppengrundrisses mit einer Folge gerader Stufen vom Antritt bis zum Austritt. Von Podesten unterbrochene geradläufige Treppenteile bezeichnet man als Podesttreppen.

Gewendelte Treppe

Der Vorteil von gewendelten Treppen ist die platzsparende Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Durch den gebogenen Treppenlauf ergeben sich keilförmige Stufen, die am Treppenauge sehr eng und an der Wand sehr breit sein können. Der gewendelte Treppenlauf kann am Antritt und auch am Austritt liegen. Dabei unterscheidet man zwischen einer viertelgewendelten Treppe bei einer Biegung von 90° und einer halbgewendelten Treppe, wenn sich diese um 180° biegt.

Spindel- und Wendeltreppe

Spindel- und Wendeltreppen werden häufig begrifflich gleichgesetzt, dabei liegt der Unterschied im Detail. Wendeltreppen führen freitragend nach oben; in der Mitte entsteht ein runder Freiraum (Treppenauge). Spindeltreppen hingegen werden in der Mitte um ein verbindendes Element gewendelt, die sogenannte Spindel, die oft in Form eines Metallstabes umgesetzt wird.

Bestandteile einer Treppe

  1. Treppenstufe
  2. Antrittpfosten
  3. Seitenwange
  4. Treppenpodest
  5. Geländerstab
  6. Handlauf
  7. Wandwange

Treppenplanung – Betontreppe oder freitragende Lösung?

Die wohl grundlegendste Unterscheidung der Treppenart im Innenausbau besteht in der Wahl zwischen Stahlbetonkorpus oder freitragender Treppe. Die massiv wirkende Betontreppe wird meist sehr früh in der Bauphase umgesetzt. Wenn Sie sich für die Betonlösung entscheiden, sollten Sie unbedingt bereits vor deren Errichtung die endgültige Auflage als auch die Geländerlösung festlegen. Was die Verkleidung angeht, können Sie zwischen einer Treppenverkleidung mit Tritt- und Setzstufen oder einer Trittstufenauflage mit weiß geputztem Spiegel wählen. Bei letzterer Variante wirkt die Treppe durch das Weglassen der Setzstufen ein wenig leichter.


Freitragende Treppen erfordern während der Bauphase ein Provisorium, das sehr kostengünstig aus Bauholz hergestellt werden kann. Die eigentliche Treppe wird dann erst zum Ende hin angebracht, wodurch Beschädigungen oder auch die übermäßige Aufnahme von Baufeuchtigkeit bedeutend eingeschränkt werden können.

© Chlorophylle/adobeStock.comLinks: Betontreppe, Rechts: Freitragende Treppe

Bauweisen von Geschosstreppen

Bolzentreppe

Bolzentreppe

Die Bolzentreppe trägt sich selbst und braucht weder Holm noch Wangen, um stabil zu sein. Vielmehr sind die einzelnen Stufen durch Bolzen miteinander verbunden und tragen sich gegenseitig. Die unterste sowie die oberste Stufe sind mit dem Fußboden bzw. dem Mauerwerk fest verbunden und geben der Bolzentreppe zusätzlich Stabilität. Obwohl die Bolzentreppe freitragend ist, ist sie nicht nur in gerader Form, sondern auch mit Wendelung erhältlich.

    Mittelholmtreppe

    Gebr. DOLLE GmbHMittelholmtreppe

    Mittelholmtreppe

    Die Mittelholmtreppe zeichnet sich durch ihre vielfältigen Varianten mit unterschiedlichen Stufenbreiten, verschiedenen Stufenformen, variablen Steigungshöhen und Wendelungen aus. Besonders auffällig ist bei der Mittelholmtreppe die freitragende Konstruktion mit nur einem Träger in der Mitte. Dabei sind die einzelnen Stufen jeweils über einen mittig sitzenden Holm miteinander verbunden. Der Holm ist in der Regel aus Metall gefertigt, die Treppenstufen dagegen aus Holz oder Stein.

      Faltwerktreppe

      Faltwerktreppe

      Eine Faltwerktreppe ist der Inbegriff puristischer Eleganz. Der Name dieser Treppenart ist auf die Seiten­ansicht zurückzuführen, die an ein gefaltetes Blatt Papier erinnert. Technisch wird dieser Eindruck durch die unsichtbare Verbindung von Tritt- und Setzstufe und den Verzicht auf tragende Wangen unterstrichen. Neben freitragenden Faltwerktreppen können Sie auch Faltwerktreppen wählen, die auf einem Unterbau auf­sitzen. Außerdem obliegt es Ihnen, ob die Faltwerk­treppe gewendelt oder gerade sein soll.

        Wangentreppe

        Wangentreppe

        Wie der Name bereits verrät, sind die wichtigsten Merkmale der Wangentreppe die beiden Wangen, die die Stufen an den Seiten zusammenhalten und damit die Treppe tragen. Dabei muss nicht jede Wangentreppe mit zwei Wangen ausgestattet sein: Wangentreppen können durchaus auch auf einer Seite im Mauerwerk verankert werden. Was die Wangentreppe zum zeitlosen Klassiker macht, ist ihre Wandelbarkeit: Ganz nach Ihren Wünschen können Sie verschiedene Materialien miteinander kombinieren.

          Kragarmtreppe

          Kragarmtreppe

          Im Gegensatz zur Wangentreppe ist der Name „Kragarmtreppe” nicht gerade selbsterklärend. Die Treppenart ist nach dem „Auskragen“, einem Begriff aus der Architektur, benannt. Das Wort wird für Gebäudeteile verwendet, die über die Grundfläche hinausragen. Ähnlich wie es bei der Kragarmtreppe der Fall ist. Denn hier ragen die „Arme”, sprich die Stufen, aus der Wand. Auf Wangen oder tragende Geländer wird verzichtet. In ihrer Grundform besteht diese Treppenart tatsächlich nur aus Stufen – und ist damit Design pur.

            Bodentreppen

            Wird Ihr Dachboden nur als Abstellraum genutzt, bietet sich eine praktische Bodentreppe an. Sie besteht aus dem Lukenkasten, dem Lukendeckel und der Leiter und besitzt häufig einen festen Handlauf. Die Bodentreppe, auch Speichertreppe genannt, kann bei Bedarf ausgeklappt und nach dem Gebrauch wieder diskret und platzsparend in der Decke verstaut werden. Bodentreppen gibt es aus Holz oder aus Metall und in feuerhemmender Ausführung. Brandhemmende Dachbodentreppen sind sinnvoll, da sie auch im Brandfall ihre Tragfähigkeit beibehalten und dem Feuer bis zu 90 Minuten Widerstand leisten.

            Falttreppe

            Eine Falttreppe besteht grundsätzlich aus drei Treppenstücken, die Sie nach dem Öffnen des Deckels auseinanderfalten müssen. In den meisten Fällen sind diese Treppen aus Holz gefertigt, um ein geringes Gewicht für das leichte Falten der Treppe und eine gute Stabilität zu gewährleisten. Bei den noch stabileren Modellen aus Stahl wird das Ein- und Ausklappen der Treppe von einem Federmechanismus unterstützt.

            Bodentreppen ­richtig bestellen: Immer mit 4 Maßen

            Geben Sie bei der Bestellung Ihrer Bodentreppe diese vier Maße an: Länge und Breite der Deckenöffnung, Deckenstärke und lichte Raumhöhe. So erhalten Sie die passende Treppe mit DIN-gerechtem Stufenabstand und, falls erforderlich, einer Zusatzstufe am Austritt. Ein Anpassen oder Absägen ist nicht nötig; Stolperfallen werden vermieden.

            Scherentreppe

            Ähnlich einer Ziehharmonika funktioniert die Scherentreppe. Sie ist aus Aluminium oder Stahl hergestellt und aufgrund ihres Faltmechanismus sehr platzsparend. Selbst in kleine Dachluken passt sie hinein und ist mit einer Tragkraft von ca. 150 kg dazu sehr robust. Praktisch: Scherentreppen sind in elektrischer Aus­führung mit Fernbedienung erhältlich. Auf Knopfdruck öffnet sich die Dachluke und die Treppe fährt aus.

            Leichter ­Einbau ohne Schaum

            Dank einer Technik aus dem Fensterbau ist es heute möglich, eine Bodentreppe ohne Schäumen und Kleben einzubauen. Der Handwerker stellt durch Einschieben der Bodentreppe in die Deckenöffnung einen luftdichten Bauwerkanschluss her, setzt die Montageschrauben in die vorgebohrten Löcher und schraubt sie fest – schon ist die Montage abgeschlossen.