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Böden

Der Boden bildet die Grundlage jeder Raumgestaltung. Er muss nicht nur gut aussehen, sondern auch täglich diversen Belastungen standhalten. Vom fachgerechten Boden­aufbau über die Dämmung bis hin zu den passenden Dielen oder Fliesen gibt es einiges zu beachten. Nur bei einer ausführlichen Planung und fachgerechten Verlegung haben Sie lange Freude am neuen Bodenbelag!

© hanohiki / adobe.stock.com

Bodenaufbau

Die Fußböden unserer Häuser und Wohnungen sollen vieles leisten: die Raumtemperatur halten, den Schall reduzieren sowie stabil und natürlich schön sein. Damit ein Boden all diesen Anforderungen standhalten kann, ist der Aufbau das A und O. Zukunftsorientierte Materialien und Systeme sorgen für die einwandfreie Funktion von Estrich, Dämmung und Co.

Nassestrich

Nassestriche sind eine gängige Lösung, um einen ebenen, tragfähigen Untergrund für Bodenbeläge zu schaffen. Obendrein beherbergen sie häufig Heizungssysteme. Das Schaubild zeigt einen Aufbau mit Fußbodenheizung (Heizestrich), Höhenausgleich für Rohrleitungen und Wärmedämmung.

Aufbau

  1. Bodenbelag
  2. Heizestrich
  3. Abdeckung
  4. Trittschalldämmung
  5. Dämmplatte
  6. Randstreifen

Trockenestrich

Besonders wegen ihrer geringen Konstruktionshöhe und der schnellen Begehbarkeit sind Estriche aus vorgefertigten Platten ideal für Sanierungs- und Umbaumaßnahmen geeignet. Diese Estriche tragen keine Feuchtigkeit ins Gebäude und sind schnell verlegt. Das Schaubild zeigt den klassischen Aufbau.

Aufbau

  1. Fertigteilestrich
  2. Abdeckung
  3. Trittschall-Dämmplatte
  4. Randstreifen

Estrich

Nassestrich

Der Estrich ist eine mehrere Zentimeter dicke Ausgleichsschicht und dient als ebener Untergrund für den Fußbodenbelag. Estrich kann als sogenannter Verbundestrich direkt auf die Rohbaudecke, durch diese von einer dünnen Zwischenlage getrennt, oder als schwimmender Estrich auf einer isolierenden Dämmschicht verlegt werden. Bauherren können aus einer Reihe unterschiedlichster Estricharten wählen. Zu den gängig verlegten Estrichen zählen Zementestrich und Anhydritestrich.

Zementestrich
Zementestrich ist die wohl bekannteste Estrichart und wird entsprechend häufig verlegt. Die wichtigsten Bestandteile sind Sand, Bindemittel (Zement) und Wasser. Er ist besonders feuchtigkeitsresistent und besitzt einen sehr guten Festigkeitswert. Beim Verlegen und während der Trocknungsphase des Zementestrichs muss die Umgebungstemperatur konstant über 5 °C liegen. Außerdem muss der Estrich unbedingt vor Zugluft und Feuchtigkeit geschützt sein. Werden diese Verarbeitungshinweise nicht beachtet, können Volumenunterschiede auftreten, sodass die Oberfläche uneben wird und im schlimmsten Fall Risse bekommt.

Anhydritestrich
Anhydritestrich, auch Calciumsulfatestrich genannt, benötigt vergleichsweise kurze Trockenzeiten, bis er belegt werden kann und verfügt über hervorragende Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeiten. Der Estrich ist dadurch bestens für die Kombination mit einer Fußbodenheizung geeignet. Ein großer Nachteil der Anhydritestriche ist ihre Wasserunverträglichkeit. Kommt der Estrich mit Feuchtigkeit in Kontakt, reagiert das Bindemittel Anhydrit und wird zu Gips. Die Folge: Der Estrich zerfällt und ist unbrauchbar.

Fließestrich
Sowohl Anhydrit- als auch Zementestrich können als Fließestrich verarbeitet werden. Dabei wird der Estrich als Trockenmischung auf die Baustelle geliefert und dort unter Zugabe von Wasser angemischt. Mit einer Estrichpumpe wird die flüssige Estrich-Rohmasse zum Verarbeitungsort befördert und verteilt. Fließestrich nivelliert sich fast von alleine und muss nicht mühsam verdichtet oder geglättet werden.

Dämmung
Dämmstoffe unter Nassestrich müssen hoher Druckbelastung standhalten können. EPS-Dämmplatten eignen sich aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften und hohen Druckfestigkeit ideal zur Dämmung. Auch druckfeste Steinwolle-Dämmplatten sind eine gute und relativ kostengünstige Option. Eine weitere Möglichkeit sind Platten aus alukaschiertem Polyurethan (PUR). PUR ist ein Kunststoffschaum, der durch ein Zellgas – meist Pentan – aufgeschäumt wurde. Dadurch entstehen viele kleine mit Gas gefüllte Zellen. Pentan hat eine niedrigere Leitfähigkeit als Luft, sodass der Polyurethanschaum ein sehr gutes Wärmedämmvermögen aufweist. PUR dämmt daher auch besser als Styropor, dessen Schaumzellen Luft enthalten. Gerade beim Einbau von Heizestrichen bietet sich dieser Dämmstoff an, da die Aluschicht die Heizwärme reflektiert und somit für eine schnellere Reaktion der Fußbodenheizung sorgt.

Trockenestrich

Trockenestrich bzw. Fertigteilestrich besteht aus vorgefertigten Elementen in Form von Platten, die im Verband verlegt und im Fugenstoß verklebt und/oder verschraubt werden. Die einzelnen Elemente bestehen zum Beispiel aus miteinander verklebten Zement-, Gipsfaser- oder Holzfaserplatten. Der große Vorteil von Trockenestrich besteht darin, dass bei seiner Verlegung keinerlei Feuchtigkeit in die Räume eingebracht wird und somit auch keine Trockenzeiten abgewartet werden müssen. Der Estrich kann sofort nach dem Aushärten der Klebeverbindungen belegt werden. Nachteilig ist, dass die Platten in Räumen mit Wasseranfall eine gesonderte Feuchtigkeitsschutzschicht benötigen. Ein unebener Untergrund sollte im Vorfeld mit einer Ausgleichsschüttung behoben werden. Die Bodenplatten werden dann schwimmend verlegt. Das heißt, sie stoßen nicht an den Wänden an, sondern behalten eine Randfuge, damit der Boden arbeiten kann.

    Trockenestrich mit aufkaschierter Dämmung
    Während Nassestriche aufgrund ihrer größeren Massen automatisch besser dämmen, gelten die leichteren Trockenestrich-Konstruktionen allgemein als unzureichend. In der Praxis kann mithilfe einer aufkaschierten Dämmung aus Holzfaser, Polystyrol oder hochverdichteter Mineralwolle eine ähnliche Dämmwirkung erzielt werden. Welche Kombination aus Dämmstoff und Deckschicht im Einzelfall am ehesten infrage kommt, hängt nicht nur vom angestrebten Dämmgrad, sondern auch vom gewünschten Bodenbelag ab.

    Holzfaser-Estrichplatte mit MDF-Nut

    Holzfaser-Estrichplatte mit MDF-Nut

    Spezielle Holzfaserdämmplatten mit längsseits gefräster Nut und einlegbarer MDF-Feder können durch ihre widerstandsfähige Oberfläche als Trockenestrichelement im Bodenbereich eingesetzt und direkt mit Laminat, Parkett oder Hobeldielen belegt oder sogar verfliest werden. Eine zusätzliche lastverteilende Schicht ist nicht notwendig. Hobeldielen können direkt in die eingelegte MDF-Feder verschraubt werden. Die Platten haben hervorragende trittschall- und wärmedämmende Eigenschaften, denn die innenliegende Feder verhindert Schall- oder Wärmebrücken. Ein weiterer Vorteil: Kabelkanäle können direkt in die Platten eingearbeitet werden.

      Schüttdämmstoff

      Schüttdämmstoff

      Eine sehr einfache Lösung, um unebene bzw. schwierige Böden zu dämmen, ist eine Dämmstoffschüttung. Dämmaktive Ausgleichsschüttungen bringen schräge bzw. unebene Böden schnell in die Waage. Auf dem Boden verlaufende Rohre verschwinden einfach in der Schüttung. Dämmschüttungen bestehen entweder aus Styroporbeton-Kügelchen oder aus einer veredelten Form des leichten Perlits. Letzterer Baustoff ist vulkanischen Ursprungs und ganz natürlich, mineralisch, chemisch neutral und baubiologisch absolut einwandfrei. Im eingebauten Zustand verkleben und verkrallen sich die Granulate, sodass eine Schicht entsteht, die die Anforderungen an eine Ausgleichsschicht in "gebundener Form" nach DIN 18560-2 erfüllt. Eine Spezialvariante eignet sich als tragfähige Schüttung unter Nass- und Asphaltestrichen.


        Bodenbeläge

        Worauf Sie täglich gehen und stehen, sollte einen wichtigen Aspekt in der Gestaltung einnehmen. Was spricht Sie an? Eine homogene Bodengestaltung oder doch ein Materialmix? Lassen Sie sich die ganze Welt moderner Fußböden zeigen – von Stein und Keramik über Laminat und Parkett bis hin zu Kork, dem Avantgardisten aus der Natur. Es gibt viel zu entdecken.

        Untergrundvorbereitung

        Betrachtet man die Schäden alter Bodenbeläge, stellt man fest, dass viele Ursachen im Untergrund zu finden sind. Eine fachgerechte Vorbereitung des Untergrundes ist für einen fehlerfreien und funktionalen Bodenbelag unabdingbar. Abhängig vom geplanten Bodenbelag und dem vorhandenen Untergrund können verschiedene vorbereitende Arbeiten vonnöten sein, um eine völlig ebene bzw. haftfähige Oberfläche zu erhalten.

        Grundierung
        Um sicherzustellen, dass Spachtelmassen oder Klebstoffe gut auf dem Boden haften, sollte vor dem Bodenausgleich eine Grundierung verwendet werden. Auf glatten, dichten Untergründen bildet die Grundierung eine Haftbrücke und verbessert so die Benetzungsfähigkeit. Des Weiteren schützt sie vor Eindringen von Feuchtigkeit in den Estrich und vermeidet durch das Sperren der Untergründe, dass die Restfeuchte Schäden am Bodenbelag verursacht.

        Spachtelmasse
        Die Verwendung einer Spachtelmasse bei geraden, tragfähigen, aber leicht beschädigten Untergründen reicht aus, um die geeignete Basis für den neuen Bodenbelag zu schaffen. Bodenspachtel aus Zement, Gips oder Kunstharz verschließen Löcher und Risse und gleichen Unebenheiten aus. Je nachdem, welche Schäden ausgebessert werden müssen, gibt es verschiedene Varianten. Fließfähige Spachtel sind flächendeckend zum Glätten geeignet, wohingegen standfeste Spachtelmassen bei punktuellen Schadstellen Verwendung finden.

        Selbstnivellierende Spachtelmasse
        Eine Spachtelmasse mit selbstnivellierenden Eigenschaften ist die optimale Lösung, um unebene Böden effektiv und schnell zu begradigen. Die Masse ist sehr spannungsarm, auch bei geringen Schichtdicken fließfähig und lässt sich hervorragend ebnen. Welche Spachtelmasse jeweils die Richtige ist, hängt von der benötigten Schichtdicke, dem Material, der Untergrundbeschaffenheit und dem geplanten Bodenbelag ab. Die Wahl des falschen Produktes kann fatale Folgen haben – darum bietet der Markt eine große Anzahl spezifischer Lösungen. Lassen Sie sich deshalb unbedingt von einem Fachmann beraten!

        Trittschalldämmung

        Trittschall entsteht durch Gehen auf dem Fußboden oder andere Einflüsse wie z. B. die Vibrationen einer laufenden Waschmaschine. Dieser Schall überträgt sich auf bzw. durch den Boden und damit auch in darunterliegende Räume. Daher sollte auf eine ausreichende Trittschalldämmung geachtet werden. Es gibt einen Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall: Trittschall bezeichnet den in anderen Räumen wahrgenommenen Schall. Gehschall hingegen das im Raum entstehende Geräusch. Eine gute Trittschalldämmung kann auch den Gehschall um bis zu 30 % senken. Sie sorgt somit auch im Raum selbst für weniger Geräusche.

          Verlegung unter dem Bodenbelag
          Bei schwimmend verlegten Böden wie Fertigparkett, Laminat und Vinyl ist eine Trittschalldämmung direkt unter dem Belag unverzichtbar. Nicht verklebte Bodenbeläge federn bei jedem Schritt ganz leicht mit. Sie wirken wie Resonanzkörper und verstärken den Trittschall durch die Übertragung auf den darunterliegenden Estrich. Deshalb sollte eine dämmende Unterlage unter dem Bodenbelag verlegt werden, um den Trittschall zu minimieren. Die Dämmung dämpft das Federn der Dielen und so den Schall in angrenzenden Räumen.

          Verlegung unter dem Estrich
          Hierbei ist vor allem wichtig, dass der Estrich "schwimmt". Das bedeutet, dass er an keiner Stelle direkt mit Wand oder Boden in Berührung kommen darf. Die Trittschalldämmung in Form von beispielsweise Schüttdämmung muss vollflächig über den gesamten Boden verlegt werden. An den seitlichen Rändern kommt ein Randdämmstreifen zum Einsatz. Somit federt die Dämmung Bewegungen des Estrichs ab und reduziert die Schallentwicklung. Für eine optimale Trittschalldämmung können beide Varianten kombiniert werden.

          Abdichtung unter Fliesenböden

          Fliesen in Wohnbereichen, Küchen und Bädern sind heute fast schon Standard. In Badezimmern ist aufgrund der hohen (Luft-)Feuchtigkeit eine abdichtende Untergrundbehandlung Pflicht. Auch in Küchen empfiehlt sie sich – vor allem in Altbauten mit feuchteempfindlichen Unterkonstruktionen. Neuartige einkomponentige, selbstverlaufende Abdichtungen erleichtern diese Arbeiten. Die Abdichtung kann bis zu einer Schichtstärke von 5 mm eingesetzt werden und gleicht, ähnlich wie bei selbstnivellierenden Fließestrichen, leichte Unebenheiten direkt mit aus. Besonders beim Renovieren von verwinkelten Grundrissen eignet sich die Masse dank dieser Eigenschaft ideal zum Verdichten von Flächen.

          Bodenbeläge verkleben

          Das Verkleben von Bodenbelägen muss nicht zwangsläufig sein, jedoch empfiehlt es sich besonders bei Holzböden, um einen besseren Trittschallschutz zu erzielen. Durch das Verkleben liegt der Belag völlig hohlraumfrei auf dem Untergrund und kann weder schwingen noch rutschen. Im Gegensatz zur schwimmenden Verlegung trägt das Fehlen der Hohlräume dazu bei, dass der Belag trittfester und belastbarer ist.  Bei Teppichböden gilt: in kleinen Räumen (bis ca. 25 m²) kann Teppich lose verlegt  und nur an den Rändern fixiert werden. Bei größeren Flächen ist eine Verklebung notwendig – gerade dann, wenn eine Fußbodenheizung verbaut wurde. Denn vollflächig verklebte Böden leiten die Wärme von Fußbodenheizungen gut und schnell aus dem Unterboden an die Oberfläche weiter, da sich keine isolierende Luftschicht bildet, die den Wärmedurchgang behindert.

          Nutzungsklassen nach DIN EN ISO 10874

          Damit die Auswahl der sehr unterschiedlichen Arten von elastischen Bodenbelägen einfacher fällt und für die jeweilige Anforderung der richtige Belag gewählt werden kann, ist in der DIN EN ISO 10874 "Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge" ein Klassifizierungssystem aufgeführt. Die Norm teilt die unterschiedlichen Einsatzbereiche in Wohnen (NK 21 bis 23), Gewerbe (NK 31 bis 34) und Industrie (NK 41 bis 43). Hersteller sind verpflichtet, ihre Produkte nach den gültigen Normen zu kennzeichnen und einzustufen. Die Norm bietet den Vorteil des einheitlichen Produktvergleichs auf dem europäischen Markt und Ihnen Sicherheit und Transparenz bei der Produktauswahl.

           

          Nutzungsklassen für die private Nutzung
          Klasse 21Klasse 22Klasse 23
          Räume mit geringer Nutzung, zum Beispiel:
          - Schlafzimmer
          - Gästezimmer
          Räume mit mittlerer Nutzung, zum Beispiel:
          - Wohn- und Esszimmer
          - Innenflure
          Räume mit intensiver Nutzung, zum Beispiel:
          - Küchen
          - Eingangsbereich
          - Arbeitszimmer

          Renovieren in Rekordzeit

          Gestern Kinderzimmer, heute Home-Office, morgen Gästezimmer – mit sogenannten Wiederaufnahmesystemen gelingt dies schnell, sauber und unkompliziert. Sie basieren auf einem zweilagigen Spezialgewebe, das beim Aufbau des Fußbodens mit einem speziellen Klebstoff eingebracht wird. Auf dem Gewebe wird dann das ausgewählte Belagsmaterial verklebt. Stehen Veränderungen der Räumlichkeiten ins Haus, lassen sich die beiden Lagen des Gewebes durch einfaches Durchtrennen der Verbindungsfäden voneinander lösen. Der Boden- oder Wandbelag kann dann mühelos entfernt werden. Auf der zurückbleibenden Einzellage kann sofort wieder ein neuer Belag verklebt werden.


          Laminat, Parkett & Co.

          Laminat

          Laminatböden gehören trotz ihrer Holzdekore nicht zu den Holzböden, sondern bilden eine eigene Bodenbelagsgruppe. Man spricht bei Laminat von einem mehrschichtigen Werkstoff, der sich aus einer Deckschicht (Overlay) und einer Trägerplatte zusammensetzt. Die Deckschichten bestehen aus einer oder mehreren Lagen und werden mit wärmegehärteten Aminoplastharzen verpresst. Als Trägerplatten kommen in der Regel HDF-Platten zum Einsatz. Besonders Holzoptik erfreut sich größter Beliebtheit. Dabei weisen Laminatbeläge eine derart hohe Detailtreue und haptische Qualität auf, dass sie kaum noch von Echtholz-Parkett zu unterscheiden sind. Die meisten modernen Laminat-Varianten funktionieren mit einem Steck- oder Klicksystem und werden schwimmend verlegt. Der Belag kann direkt auf dem Estrich, einem vorhandenen Holzboden, PVC-, Stein- oder Fliesenboden verlegt werden. Um den Trittschall zu dämpfen, wird zusätzlich eine trittschalldämmende Folie zwischen Untergrund und Laminat gelegt. Wird der Belag über Fußbodenheizung verlegt, empfiehlt sich der Einbau einer Dampfbremse.

          Parkett

          Ähnlich wie Laminat besteht auch der Naturholzboden aus mehreren Schichten, die sich im Material unterscheiden. Die Vielfalt reicht vom weißlichen Ahorn über rötliche Buche bis hin zum fast schwarzen Holz der Wenge. Aufgrund ihrer Härte sind Laubholzarten am besten als Parkett geeignet und bringen eine warme Atmosphäre in den Wohnraum. Die meisten Parkettarten lassen sich auf jedem festen und ebenen Untergrund verlegen. Dabei sind der notwendige Feuchtigkeitsschutz sowie die schall- und wärmetechnischen Anforderungen zu beachten. Elastische, silikon- und lösemittelfreie Spezialklebstoffe vereinfachen das Verlegen der Parkettbodenbeläge. Durch ihren Einsatz kann das Parkett vollflächig verklebt werden, ohne dass zuvor ein Primer angewendet werden muss. Die Langlebigkeit des Bodenbelags hängt neben der richtigen Verarbeitung auch von der Dicke der Nutzschicht ab.

          Einschichtparkett
          Unter den Begriff Einschichtparkett fallen das Stabparkett, das Massivparkett und das Mosaikparkett. Stabparkett wird verklebt und mit Nägeln am Boden befestigt. Mosaikparkett besticht mit einzelnen kürzeren Vollholzlamellen, die sich zu Mustern zusammensetzen lassen, z. B. zu einem Würfel- oder Fischgrätmuster. Massivparkett wird gänzlich verklebt und ist daher besonders beständig. Einschichtparkett ist häufig sehr robust. Es kann mehrfach abgeschliffen werden und ist besonders langlebig.

          Mehrschichtparkett
          Mehrschichtparkett lässt sich in Fertig- und Tafelparkett unterteilen. Fertigparkett wird als Dreischicht- oder Zweischichtparkett produziert. Beim Zweischichtparkett besteht die untere Hälfte aus querverleimtem Massivholz, weshalb es sich besonders in Kombination mit einer Fußbodenheizung eignet. Tafelparkett besitzt meist ein komplexes Muster, das mit besonderer Sorgfalt verlegt werden muss, damit sich ein ansprechendes Gesamtbild ergibt. Mehrschichtparkett lässt sich meist nur zwei Mal abschleifen. Es wird daher deutlich günstiger angeboten als Einschichtparkett aus Massivholz.

          Vinyl

          Vinylboden wird immer beliebter. Das Material bildet den Trendbelag für alle, die einen funktionalen, robusten Boden suchen und keine Abstriche in der Optik machen wollen. Vinyl ist unempfindlich und sehr pflegeleicht – in der Regel reicht es aus, den Boden mit Staubsauger und feuchtem Lappen zu reinigen. Da Vinyl im Vergleich zu anderen Belägen (z. B. Laminat) eine weichere Oberfläche hat entstehen weniger Gehgeräusche. Außerdem ist Vinylboden fußwarm – also wärmer als Laminat oder Fliesen – und feuchtigkeitsbeständig. 

          In Sachen Optik lässt Vinyl sowieso keinerlei Wünsche offen. In der Produktion können nahezu alle Designvorstellungen realisiert werden. Gerade Vinylboden in Holzoptik ist angesagt. Dank des geringen Wärmedurchlasswiderstandes eignet sich Vinyl auch gut für Räume mit Fußbodenheizung.

          Vinyl auf HDF-Träger
          Dieser rund 10 Millimeter starke Belag ist ähnlich aufgebaut wie Laminat. Er kann schwimmend verlegt oder verklebt werden. Durch den Aufbau eines HDF-Vinyls, gerade in Verbindung mit Kork als Trittschall, lässt sich dieser auch bei leichten Unebenheiten des Untergrunds problemlos verlegen. Ein weiterer Vorteil eines HDF-Vinyls ist die Unempfindlichkeit gegen starke Sonneneinstrahlung. Vinylboden auf HDF-Trägern ist mit einem Quellschutz versehen, sodass Feuchtigkeit nur sehr schwer eindringen kann. Somit ist HDF-Vinyl letztendlich für alle Wohnräume gut geeignet – bis auf Nasszellen.

          Massiv-Vinyl
          Dieser bis zu 7 Millimeter starke Boden ist als Klick-­Vinyl zur schwimmenden Verlegung, zum Verkleben sowie selbstklebend erhältlich. Während der Einsatz in Feuchträumen für die HDF-Ausführungen ausgeschlossen ist, eignet sich Massiv-Vinyl sogar zur Verlegung im Bad.

          Kork

          Kork ist der ökologische Baustoff par excellence, denn die geerntete Rinde von Korkeichen wächst wieder nach. Auch physikalisch gesehen ist Kork ein Wunder der Natur: Viele Millionen mit Luft gefüllte Zellen pro Kubikzentimeter machen Kork extrem feuchteresistent und bilden einen effektiven Hitze-, Kälte- und Feuerschutz. Die weiche, warme Oberfläche verarbeiteter Korkplatten schwingt leicht, sorgt für ein angenehmes Barfußgefühl und dämpft zudem sehr wirksam den Trittschall.

          Kork kann fest verklebt oder schwimmend verlegt werden. Bei lose verlegten Korkböden handelt es sich meist um sogenannte Klickelemente, die durch ein System beim Verlegen miteinander verbunden werden. Die kapillarähnliche Materialstruktur der Platten wirkt wärmedämmend, feuchtigkeitsregulierend und daher höchst angenehm aufs Wohnklima.

          Fehlen nur noch optische Vorzüge – und auch die hat Kork zu bieten. Die Designvarianten reichen von authentischem Stein bis hin zu täuschend echten Holzoptiken. Mit Farben und Strukturen kann der natürliche Korklook reizvoll aufgewertet werden.

          Fliesen

          Fliesen erfreuen sich bei der Innenraumgestaltung, besonders im Badezimmer und in der Küche, großer Beliebtheit. Auch in Fluren oder anderen stark beanspruchten Bereichen erweisen sich die pflegeleichten Bodenbeläge als nützlich. Fliesen sind mittlerweile in einer unendlichen Vielfalt von Formaten und ­Designs erhältlich.

          Steingutfliesen

          Steingutfliesen sind besonders grobporig, lassen sich leicht zuschneiden und können auch in verwinkelten Bereichen gut verlegt werden. Für stark belastete Bereiche sind die Fliesen jedoch nichts – sie eignen sich am besten als Wandfliesen. Ihre Porosität führt zu einer hohen Wasseraufnahmebereitschaft (> 10 % des Gewichts), sodass Steingutfliesen nicht frostsicher sind und daher auch nur für den Innenbereich empfohlen werden. Sie kommen ausschließlich in glasierter Form zum Einsatz, damit das Material vor Verschmutzungen sowie mechanischen und chemischen Einwirkungen geschützt ist.

          Steinzeugfliesen

          Steinzeugfliesen sind deutlich dichter als Steingut­fliesen und nehmen nur in geringem Maße Wasser auf (< 3 % des Gewichts). Zudem gelten sie als frostsicher. Sie sind robust gegen Säuren, Laugen, Abrieb und Verschleiß und können als Bodenfliesen im Innen- sowie Außenbereich verlegt werden.

          Feinsteinzeugfliesen

          Mit einer sehr geringen Wasseraufnahme (< 0,5 % des Gewichts) sowie einer sehr hohen Strapazierfähigkeit sind Feinsteinzeugfliesen absolut frostsicher und perfekt als Bodenbelag im Innen- und Außenbereich geeignet. Gerade für stark beanspruchte Böden sind sie prädestiniert.

          Fliesen im Wohnraum

          PRO

          • Feuchtigkeits­beständig
          • Sehr pflegeleicht
          • Allergikerfreundlich
          • Idealer Belag für Fußbodenheizung
          • Rutschfeste Varianten erhältlich
          • Riesige Designvielfalt
          • Sehr lange Haltbarkeit

          CONTRA

          • Hoher Trittschall
          • Hartes Laufgefühl
          • Kaltes Laufgefühl ohneFußbodenheizung

          Gesundes Wohnen mit Keramik

          Keramische Fliesen besitzen – aufgrund der hohen Temperaturen beim Brennvorgang – eine geschlossene Oberfläche. Allergene Stoffe wie Milben und Hausstaub können sich nicht entwickeln und einnisten. Auch Schimmelpilze und andere Bakterien haben keine Chance. Fliesenbeläge sind besonders für Allergiker eine gute Wahl.

            Fliesenfugen

            Fliesenfugen

            Ein ungemein wichtiger Bestandteil jedes Fliesenbelags sind die Fugen. Sie verbinden nicht nur die einzelnen Fliesen, sondern strukturieren zugleich die gesamte Fläche und bestimmen – abhängig von ihrer Farbe und ihrer Breite – auch ganz maßgeblich den Gesamteindruck einer Fläche. Fugen können je nach Farbkombination den optischen Eindruck der Beläge kontrastieren, betonen oder eine harmonische Raumstimmung schaffen. Moderne Fugenkollektionen bieten eine sehr große Farbauswahl und lassen hinsichtlich der individuellen Gestaltungsmöglichkeiten keine Wünsche offen. Neben der Optik zählt bei Fugen natürlich auch die Funktionalität. Deshalb ist es wichtig, den Fugenmörtel stets gezielt auf den jeweiligen Anwendungsfall und die damit einhergehenden Beanspruchungen abzustimmen.

              Fliesenschienen

              Fliesenschienen

              Boden-, Wand- und Mosaikfliesen, die mit ihren Randfugen enden oder direkt an große Einbauteile wie Fenster oder Türen grenzen, sehen schnell unprofessionell verlegt aus. Fliesenschienen sind die clevere Lösung und vereinen Design, Funktion und Sicherheit. Sie fungieren als optische Grenzmarke für die geflieste Fläche und schützen Fliesenecken vor Abnutzung. Mit wenig Aufwand können Flächen so optisch und funktionell aufgewertet werden. Fliesenschienen bestehen üblicherweise aus Aluminium oder Edelstahl und werden in der Regel gleich bei der Fliesenverlegung mitverarbeitet.

                Übergangsschienen

                Übergangsschienen

                Übergangsschienen bilden den Übergang zwischen Bodenbelägen und dienen beispielsweise dazu, Fliesen im Flur mit dem Laminat im Schlafzimmer einwandfrei zu verbinden. Ähnlich wie die Sockelleisten an der Wand gehören Übergangsschienen zum Standard eines harmonischen Gesamtbildes und werden so gut wie immer benötigt, wenn ein neuer Boden verlegt wird. Die einzelnen Räume werden optisch voneinander abgegrenzt und Höhenunterschiede ausgeglichen. Wird Parkett oder Laminat schwimmend verlegt, ist eine Übergangsschiene auch aus technischen Gründen nötig – sie schafft eine Dehnungsfuge.

                  Trockenbodenheizungssysteme

                  Trockenbodenheizungssysteme

                  Elektrische Heizsysteme sind in den Betriebskosten teurer als Warmwasser-Fußbodenheizungen. Möchten Sie nur ein einzelnes Zimmer oder einen Teilbereich mit einer Fußbodenheizung ausstatten, reduziert sich der Aufwand für die Installation. Sie benötigen lediglich einen Stromanschluss, jedoch ist eine Anbindung an das bestehende Heizungssystem nicht erforderlich. Der Aufbau solcher Systeme ist sehr niedrig (die Heizmatten sind oft nur wenige Millimeter hoch), wodurch sie sich besonders gut für die Renovierung bzw. zur Nachrüstung eignen. Ein weiterer Vorteil: elektrische Systeme reagieren besonders schnell. Die gewünschte Gradzahl wird innerhalb kürzester Zeit erreicht.

                    Smarte Thermostat-Steuerung

                    Smarte Thermostat-Steuerung

                    Moderne Thermostate ermöglichen eine zeitgenaue Steuerung und garantieren den sparsamen und effizienten Betrieb eines Heizsystems. Smarte Systeme, die mit Smartphone, Tablet oder Computer gesteuert werden, ermöglichen eine ortsunabhängige Steuerung und können sogar lernen, auf Ihre individuellen Gewohnheiten zu reagieren. Sie bieten z. B. durch Temperaturvorschläge und vorgegebene Heizzeiten Möglichkeiten zum Energiesparen an.

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